Was ist ein Furoshiki?
Ein Furoshiki ist ein quadratisches Tuch, das in Japan seit Jahrhunderten zum Einwickeln, Tragen und Aufbewahren von Gegenständen verwendet wird. Der Begriff Furoshiki bedeutet wörtlich „im Bad ausgebreitetes Tuch“, diese Bezeichnung stammt der Legende nach aus der Muromachi-Zeit (1392-1573), wo solche Tücher in Badehäuser Verwendung fanden.
Aber von vorn:
Das Einwickeln von Gegenständen in Tüchern hat in Japan eine über 1300 Jahre alte Tradition: Bereits in der Nara- (710-794) und Heian-Zeit (794-1185) wurden wertvolle Besitztümer in Stoffe gehüllt, um sie zu schützen und sicher zu transportieren. Auch war es in Tempeln üblich, Schätze und kostbare Gegenstände in Tücher zu wickeln. Der Begriff Furoshiki existierte damals noch nicht, die Tücher wurden koromotsutsumi (Kleiderwickeltuch) oder hiratsutsumi (flaches Wickeltuch) genannt.
In der Muromachi-Zeit nutzten Fürsten und Samurai die Tücher in Dampfbäder, um ihre Kimono darin einzuwickeln. Nach dem Bad wurden sie auf dem Boden ausgebreitet, um sich darauf umzuziehen. Aus dieser Verwendung entstand auch der Name: furo bedeutet „Bad“, shiki „ausbreiten".
Mit der Verbreitung öffentlicher Badehäuser (sentō) in der Edo-Zeit hielt das Furoshiki schliesslich Einzug in den Alltag der Bevölkerung. Händler verwendeten die Tücher, um ihre Waren zu verpacken und zu transportieren. So entwickelte sich das Furoshiki zu einer der wichtigsten und zugleich praktischsten Methoden, um Gegenstände unterschiedlichster Formen und Grössen zu tragen.
Auch bei festlichen Anlässen fand das Furoshiki Verwendung: Es diente dazu, dem Empfänger Respekt und Wertschätzung auszudrücken. In der japanischen Kultur gilt die Art der Präsentation eines Geschenks als ebenso bedeutsam wie das Geschenk selbst.
Nachhaltig durch Vielseitigkeit
Ob als Schutzhülle, Verpackung, Tragbeutel: unabhängig von Form und Grösse lässt sich nahezu alles in ein Furoshiki einwickeln. Bei Nichtgebrauch kann es platzsparend zusammengefaltet werden.
Das Tuch eignet sich auch als Schal oder Schultertuch, als Regenschutz, Tischdecke oder Wandbehang, zum Transport von Gepäckstücken oder im Notfall sogar als Trageschlinge.
Übrigens wird das Tuch mit den magnetischen 'Patchin' Holzverschlüssen im Handumdrehen zu einer verschliessbaren Tasche.
Traditionell werden Furoshiki meist aus Baumwolle oder Seide gefertigt. Heute gibt es auch moderne Varianten aus Polyester, wie beispielsweise das wasserabweisende „Aquadrop“-Furoshiki von Musubi.
Furoshiki gibt es zudem in einer grossen Vielfalt an Mustern und Farben, von denen viele eine symbolische Bedeutung haben.

Grössen-Guide:
Grösse S (ca. 50x50 cm)
Lunchbox, Taschenbücher, kleine Geschenke (z.B. Parfum), kleine Petflasche etc.
Grösse M (ca. 70x70 cm)
Grössere Geschenke und Gegenstände in A4-Format, grössere Bücher, eine einzelne Weinflasche, Kleider, zweistöckige Lunchboxes, Früchte, als kleine Tasche etc.
Grösse L (ca. 100x100 cm)
Grosse Geschenke, kugelige Objekte in Wassermelonegrösse, Kleidung, Yogamatte, zwei Wein-/oder Sakeflaschen, als Tragbeutel oder Schulterbeutel oder Schutzhülle für Rucksäcke etc.
Furoshiki Workshop
Ob praktische Einkaufstasche oder stilvoller Weinflaschen-Träger - lerne die grundlegenden Knoten und Wickeltechniken in einem Furoshiki-Einführungsworkshop.
📅 Datum: Samstag, 30.05.26
⏰ Zeit: 10:30h (Dauer ca. 60 Minuten)
💰 Preis: CHF 20.- pro Person
📍 Ort: Tokoro, Hallwylstrasse 33, 8004 Zürich
Anmeldung und Anfragen via Kontaktformular (begrenzte Plätze)